Jerseys Naturlandschaft

Jerseys Naturlandschaft

Jerseys Naturlandschaft

Die Insel Jersey erstreckt sich über eine Fläche von gerade mal 116 Quadratkilometer, das meiste davon unberührte Naturlandschaft. Da diese viel von Jerseys Reiz ausmacht, wird sie von den strengen Gesetzen des Island Plans geschützt, der die Grenzen bestimmt, innerhalb derer gebaut werden darf:

  • In den so genannten Green Zones ist alle Bautätigkeit untersagt.
  • In den Sensitive Landscape Areas ist diese nur unter strengen Auflagen gestattet und meistens landwirtschaftlichen Projekten vorbehalten.
  • In den Agricultural Priority Zones schließlich ist nur eine Erweiterung landwirtschaftlicher Nutzfläche erlaubt.

Jerseys Naturlandschaft besteht vor allem aus offenen Feldern, Waldflächen, Klippen und Landzungen sowie Baum- und Heckenlandschaften. Die meisten der Felder sind klein und von Granitmauern oder Hecken begrenzt. Steile, nach Süden hin abfallende Hänge – so genannte Cotils – finden sich überall auf der Insel und werden landwirtschaftlich intensiv genutzt, unter anderem für den Anbau der berühmten Kartoffelsorte ‚Jersey Royal’.

Unterwegs im Land

720 Kilometer an Straßen und Wegen stellen sicher, dass sich auch Jerseys abgelegenste Winkel leicht erreichen lassen. Während es in der Hauptstadt St. Helier und auf den Hauptverkehrswegen durchaus auch mal hektisch zugehen kann, ist man im übrigen Jersey meist gemächlich unterwegs, vor allem auf den 72 Kilometer langen Green Lanes.

Auf diesen gilt ein Tempolimit von 15 Meilen/Stunde (24km/h), und Fußgänger, Radfahrer und Reiter haben hier grundsätzlich Vortritt. Die Green Lanes finden sich in 9 von den 12 Gemeinden Jerseys und das Netz wird in den kommenden Jahren hoffentlich auf die gesamte Insel ausgedehnt.

Auf Radfahrer warten schon heute 154  Kilometer an Radwegen, die sowohl entlang der Küste wie auch durchs Land führen, einschließlich einer Route zum Flughafen. Die meisten dieser Radwege führen über bestehende Straßen, es gibt aber auch eine Offroad-Variante, die jenseits der Asphaltwege entlang der gesamten Südküste bis nach La Corbière verläuft. Auf Jersey kann man vielerorts Fahrräder mieten, und es lassen sich auch private Radtouren mit einem der vielen Touristenführer organisieren.

Tierwelt

Auf Jersey wimmelt es buchstäblich nur so vor Tieren aller Arten und Gattungen, darunter auch viele, die sich in keinem anderen Teil Großbritanniens finden.

Waldland

Zur reichhaltigen Flora hier gehören Sternhyazinthe, Primeln, Sternmiere und Osterglocke, die alle im Frühling erblühen, während die Vogelwelt durch Weidenlaubsänger, Mönchsgrasmücke, Fitis, Wintergoldhähnchen und Grauschnäpper vertreten ist, die sich im Sommer auf der Insel tummeln.

Heckenlandschaften

Im Frühling erblühen um Jerseys Hecken Narzisse, Sternmiere, Glöckchen-Lauch und Alkanna, im Sommer dagegen Weißdorn, Sauerampfer, Stengelloses Leimkraut (Polsternelke) und Herkuleskraut.

Die einzige auf Jersey ansässige Eulenart ist die Schleiereule, daneben gibt es hier aber viele weitere bekannte und weniger bekannte Vogelarten zu entdecken, so z.B. Gartenbaumläufer, Seidensänger, Provencegrasmücke, Zaunammer und Zederngirlitz.

Mit etwas Glück erspähen Sie vielleicht sogar ein rotes Eichhörnchen, von denen es hier – im Unterschied zum englischen Mutterland, wo sie der Konkurrenz durch die grauen Eichhörnchen weichen mussten – noch einige gibt. (Die Einfuhr der grauen Variante nach Jersey ist folglich untersagt.)

Dünenlandschaften

Auf Jerseys Dünen finden sich Steppen-Stiefmütterchen, Nacktstängeliger Bauernsenf, Männliches Knabenkraut und Jersey-Orchidee sowie, im Sommer, Tausendgüldenkraut, Gemeine Nachtkerze und Scheinkrokus.

Klippen/Landzungen

Von Februar bis April gedeihen hier Osterglocke, Grasnelke, Hufeisenklee und Strand-Leimkraut; während der Sommermonate ist die Insel dagegen fest in der Hand von Rotem Fingerhut, Hornklee, Blutwurz, Herbst-Meerzwiebel, Goldrute und Scheinkrokus; im Herbst herrschen Läusekraut, Graue Heide und Gewöhnliche Alpenscharte vor; und im Winter schließlich zeigt sich die Stechginster allerorten.

Daneben sind auf Klippen und Landzungen auch die verschiedensten Vogelarten zu Hause, so etwa im Sommer Papageitaucher, Tordalk, Eissturmvogel, Sturmvogel und Seeschwalbe; und im Herbst Rotschwanz, Schafstelze, Wiedehopf und Steinschmätzer.

Offene Felder/Inlandhabitate

Im Frühling erspäht man hier unter den Vertretern der Vogelwelt Steinschmätzer, Uferschwalbe, Trauerschnäpper, Rotschwanz und Schafstelze; im Sommer Schwalbe, Mauersegler, Kuckuck, Hänfling und Dorngrasmücke.

Regelmäßig organisierte Wanderungen, auf denen jedermann und -frau Jerseys Natur entdecken und mehr über ihre Geschichte erfahren kann, werden von erfahrenen Führern geleitet und führen Sie zu Dünen, Wäldern, Klippen, Stränden und maritimen Heidelandschaften. Drei von Jerseys besonders wertvollen Landschaften – Les Quennevais Dunes, Les Landes und Le Lande du Ouest – wurden zu Naturschutzgebieten erklärt, so genannten Sites of Special Interest (SSI), die dank dem Island Planning Law seit 1983 unter besonderen Schutz gestellt sind.

Darüber hinaus gibt es im Landesinneren mehrere malerische Täler zu entdecken, darunter vor allem

  • Queen’s Valley,
  • Val de la Mare,
  • Millbrook,
  • Grands Vaux,
  • Handois,
  • Mourier Valley und
  • Dannemarche.

Ebenso erwähnenswert sind die vielen zerklüfteten Küstenstriche, ebenso ideal zum Wandern wie zum Genießen der wunderbaren Aussicht, so etwa

  • Portelet,
  • Noirmont,
  • Beauport,
  • La Corbière,
  • Les Landes,
  • Plemont,
  • Le Col de la Rocque,
  • Sorel,
  • Ronez,
  • Fremont,
  • Belle Hougue,
  • Vicard Point,
  • Jardin D’Olivet,
  • L’Etacquerel,
  • Tour de Rozel,
  • La Coupe und
  • Verclut.

Zu guter Letzt ist Jersey auch noch das Zuhause einer ganzen Reihe von Einrichtungen, die zum National Trust for Jersey gehören, einer privaten Stiftung, die sich ganz dem Denkmal- und Landschaftsschutz verschrieben hat; besonders erwähnenswert sind hier

  • Hamptonne in der Gemeinde St. Lawrence, Jerseys Freilichtmuseum zum Thema Landleben, dessen  zahlreiche historische Anwesen dank liebevoller Renovationsarbeiten in altem Glanz erstrahlen,
  • Morel Farm,
  • La Pierre de Baissières,
  • Le Rât Cottage,
  • Le Moulin de Quétivel,
  • Dolmen du Mont Grantez und
  • La Fontaine de St Martin.