Natural Jersey

Naturparadies Jersey

Die Landschaft der Insel: ein Überblick

Die reiche Vielfalt von Jerseys Naturlandschaft kann auf die Geologie der Insel sowie ihre Größe und besondere Form zurückgeführt werden. Vor 500 Mio. Jahren lag das Eiland noch tief unter einer gewaltigen Bergkette begraben, die sich über den gesamten Nordwesten Frankreichs hinzog.

Schiefer und vulkanisches Felsgestein, zu dem auch Jerseys einzigartiger rosafarbener Granit gehört, bedecken ca. 90 % der Inseloberfläche. Dieser so charakteristisch gefärbte Granit findet sich in vielen Bauernhäusern und öffentlichen Gebäuden wieder. Ungefähr ein Drittel der Insel besteht aus diesem Gestein.

Im Laufe geologischer Zeiträume hat sich der Meeresspiegel mehrmals gesenkt und wieder gehoben. Vor etwa 18.000 Jahren, während der letzten Eiszeit, bedeckte eine gewaltige Eisschicht bis rund 300 km nördlich von Jersey den europäischen Kontinent, und der Meeresspiegel lag 100 m tiefer als heute. Zu dieser Zeit erhoben sich die heutigen Kanalinseln über einer spärlich bewachsenen Tundra, auf der die Jäger der Steinzeit den Tierherden durch ganz Europa folgten.

Der gegenwärtige Umriss der Insel begann sich vor etwa 10,000 Jahren abzuzeichnen, als die wieder ansteigenden Wassermassen des Meeres auch noch die letzten Reste der Landverbindung zwischen dem Südosten Frankreichs und Jersey verschluckten.

Topografisch weist Jersey eine klare Gliederung auf. Während sich die höchsten Erhebungen und felsigsten Küstenabschnitte im Norden befinden, kann der gesamte Rest der Insel als eine Art Plateau betrachtet werden, das von parallel verlaufenden, bewaldeten Schluchten und Rinnen durchzogen wird, die sich bis zu den weich geschwungenen Sandstränden im Süden erstrecken.

Nordküste

Die Nordküste ist der wildeste, urwüchsigste Teil von Jersey. Die steilen mit Heidekraut und Adlerfarn bewachsenen Klippen weisen viele Höhlen auf, von denen einige nur per Boot zugänglich sind. In ihrer Gesamtheit bilden diese Klippen den wahrhaft spektakulären Hintergrund für einige der schönsten Buchten, die die Insel zu bieten hat, darunter Grève de Lecq, Bonne Nuit, Bouley und Rozel.

Beidseits der Bucht von Bouley erheben sich zwei Forts, Leicester und L'Etacquerel, die hier einst zur Abwehr französischer Invasionsversuche errichtet wurden (in Letzterem war während der Napoleonischen Kriege die britische Garnison stationiert). Weiter östlich der Bucht liegt Dolmen du Faldouet, eine einmalige Grabanlage aus der Jungsteinzeit.

Panorama-Ansichten von Bouley Bay

Westküste

Der herrliche Sandstrand bei der Bucht von St. Ouen dominiert die gesamte Westküste der Insel. Die unter dem Namen Les Mielles bekannte Dünenlandschaft umfasst sowohl die Küste wie auch das flache, sumpfige Hinterland, das zahlreichen Tier- und Pflanzenarten als Lebensraum dient. Dasselbe gilt für die Felserhebungen beidseits der Bucht, in deren zahllosen Gezeitentümpeln, Rinnen und Mulden es vor Leben nur so wimmelt.

Die südlich gelegenen Dünen, Les Blanches Banques, werden von einer überaus reichen Flora besiedelt und sind ein offizielles Naturschutzgebiet (Site of Special Interest). Der von Marschland und dichtem Schilf umgebene St. Ouen's Pond ist Jerseys größtes natürliches Süßwasserbecken; daneben tragen das naturwüchsige Weideland, die kleinen, kultivierten Felder und der imposante Felsabbruch viel zum landschaftlichen Reichtum dieses Inselabschnitts bei.

Panorama-Ansichten von Corbière Lighthouse

Südküste

Jerseys Südküste setzt sich aus vier Hauptabschnitten zusammen:

  • Der prachtvolle, weitgehend windgeschützte Sandstrand bei der Bucht von St. Brelade;
  • das Siedlungsgebiet der Inselhauptstadt St. Helier;
  • die ausgedehnte Bucht von St. Aubin, im Westen der Hauptstadt;
  • sowie das tief gelegene Farmland in der Umgebung der Bucht von St. Clement.

Panorama-Ansichten von St Aubin's Bay

Ostküste

Die Ostküste Jerseys, gegenüber der Normandie, umfasst die Royal Bay of Grouville und die Bucht von St. Catherine. Die wuchtige Trutzburg Mont Orgueil (Gorey Castle) dominiert hier klar das Panorama, und die ideale strategische Position lässt vermuten, dass sich an dieser Stelle lange vor dem 1204 errichteten Bauwerk bereits erste Befestigungsanlagen erhoben.

In derselben Region findet sich auch La Hougue Bie, eine der imposantesten prähistorischen Grabanlagen in ganz Europa. Der massive Grabhügel ist ein Beweis dafür, dass Jersey schon seit vielen Jahrtausenden von Menschen besiedelt wird.

Panorama-Ansichten von Gorey Harbour

Das Innere der Insel

Das Innere von Jersey ist eine interessante Mischung aus Waldland, intensiv bewirtschafteten Feldern und mineralreichen Weidegründen. Auf Letzteren gedeihen die berühmten Jersey-Kühe offensichtlich prächtig, und die saftigen Wiesen sind es auch, die Jerseys zweitem Exportschlager – den ‚Jersey Royal’-Kartoffeln – seinen unverwechselbaren Geschmack verleihen.

Die meisten kultivierten Felder auf der Insel sind klein und von Granitmauern oder Hecken eingefasst. Auf der ganzen Insel begegnen einem zudem südwärts gerichtete Abhänge, so genannte côtils, an denen Kartoffeln und andere Feldfrüchte angebaut werden.

Jerseys Waldlandschaft kleidet die steilen Täler der Insel aus, die von wilden Strömen in den steinernen Untergrund gegraben wurden. Am frühen Morgen ist die Luft hier erfüllt vom Gesang zahlloser Vogelarten; im Sommer bilden Eichen, Eschen, Kirsch- und Ahornbäume einen dichten Baldachin, in dessen Schutz rote Eichhörnchen und eine Vielzahl weiterer Tier- und Pflanzenarten – kleine Säuger, Vögel, Blumen und Sträucher – ein Zuhause finden.

Panorama-Ansichten von Hamptonne